Oman 2026

Oman 2026

Erster Tag

Ankunft

Es ist doch eine ziemlich anstrengende Reise von Frankfurt nach Muscat (nachts, ohne Schlaf). Die reine Flugzeit beträgt fast 7 Stunden, und in der Economy Class kann es ziemlich unangenehm werden, wenn man neben jemandem sitzt, der mehr nach Schweiß stinkt als ein nasser Iltis. Dazu kam noch ein unendlich laut, nicht aufhören wollendes, plärrendes Junges, welches die Marderfamilie mit sich führte.

Als wir morgens um fünf angekommen waren, mussten wir feststellen, dass der CheckIn im Hotel ab frühestens 13:00 Uhr stattfinden kann. Nicht so super organisiert und so lagen wir die ersten Stunden neben unserem Gepäck am Pool.

Die ersten Stunden in Muscat, ziemlich erledigt

Aber so muss das wohl sein. Gehört zum Abenteuer dazu und von jetzt an wird alles besser.

Nachmittags hatten wir uns ein Taxi genommen, um in die Altstadt von Muscat fahren.

Al-Alam-Palast mit göttlichem Flitz im Vordergrund

Dort angekommen, hatten wir kurz den Palast besichtigt und dann rein zufällig zwei total nette Libanesen kennen gelernt, mit denen wir im weiteren Verlauf des Nachmittags eine coole Zeit verbracht hatten. So hatten wir auch den großartigen Markt, Mutrah-Souk, im Hafen von Muskat besucht.

Später am Abend haben wir dann am Pool noch ein Bierchen getrunken, etwas gegessen und sind früh ins Bett.

Zweiter Tag

Erste Erkundungen

Wir haben prima geschlafen. Trotzdem müde. Es sind die Klimaveränderung und insbesondere auch die 3 Stunden Zeitverschiebung, die zumindest am ersten und zweiten Tag wirken.

Mittlerweile haben wir ein Auto. Einen Toyota Land Cruiser. Riesenkarre. Mit dem starten wir heute erste kleine Ausflüge in das Umland.

Da wir ja noch eine weitere Nacht in Muskat übernachten, haben wir den Aktionsradius nicht so groß gewählt. So sind wir noch mal zurück zum Palast vom Sultan gefahren, haben uns dort das ehemals portugiesische Fort angesehen und sind dann gegenüber in Omans Nationalmuseum mäandriert.

Dann hatten wir noch einen kleinen Abstecher in ein Fischerdorf mit dem Namen Sidab gemacht. Wir hatten uns auf ein Mäuerchen am Strand gesetzt und die Natur genossen. Es dauerte keine 2 Minuten, bis ein paar Fischer auf uns zu kamen und uns heißen Pfefferminztee servierten. Erste großartige Erfahrung mit den super gastfreundlich Omanis.

Abends sind wir dann noch mal mit unseren neuen Freunden aus dem Libanon zum Essen gegangen. Wir hatten einen großartigen Abend mit interessanten Diskussionen über Religion und Glauben und so weiter. Mittlerweile ist es schon kurz vor 0:00 Uhr abends und wir gehen jetzt beseelt ins Bett.

Dritter Tag

Heute geht’s richtig los

Wir sind heute einigermaßen zeitig gestartet, um das große Pensum zu schaffen, was vor uns liegt. Unser erstes Ziel war im Norden der Fischmarkt in Seeb.

Fischmarkt in Seeb

Von Seeb aus zum Fort von Nakhl und dann weiter zu den heißen Quellen. Diese beiden Stopps waren nicht so my Cup of Tea. Eine Legion von Italienern reisten in drei Reisebussen an, vermutlich um das Fort nachträglich zu erobern.

Aber dann wurde es spektakulär. Das nächste Ziel lag hoch oben in den Bergen, und mit einem normalen Fahrzeug nicht zu erreichen. Das erste Mal, dass sich unsere Riesenkarre bewährt hat. Wakan Village mit einem sensationellen Ausblick über das Tal (Wadi Abyadh).

Von dort, dann ziemlich dröge anderthalb Stunden über eine Schnellstraße nach Mussanah, wo wir in einem netten Hotel unser nächstes Quartier für eine Nacht beziehen.

Jetzt noch lecker essen, ein Bierchen und dann ist auch gut für heute.

Vierter Tag

Spektakuläre Unterkunft in Al Hamra - The View

Um nach Al Hamra zu kommen fährt man irgendwann von der Straße runter und offroad durch eines der schönsten und bekanntesten Wadis vom Oman. Leider stimmten die angegebenen Koordinaten nicht mit denen der Reiseorganisation überein. Ich hatte glücklicherweise noch zu Hause alles in mein Handy eingetragen und damit konnten wir uns prima behelfen.

Al Hamra gehört zu den ältesten Gemeinden in dem Oman. Ich finde es erstaunlich wie Gebäude aus Lehm und Stroh, zum Teil dreistöckig, so lange halten, dass sie mit unter heute noch bewohnt werden.

Haus aus Lehm

Nachdem wir eine Zeit lang die Ortschaft erkundet hatten, sind wir weiter zu unserem Tagesziel „The View“ gefahren.

Fünfter Tag

Der höchste Berg

Heute sind wir aufgebrochen, um auf den höchsten Berg im Oman zu fahren. Dort angekommen machten wir einige Fotos von Berg gegenüber, der noch höher war. Komische Reiseführung !?! Darin steht geschrieben:

„Der Jebel Shams, „The Mountain of sun“, ist mit seinen 3.075 m der höchste Gipfel im Oman. Bekannt ist dieser vorwiegend für den atemberaubenden Blick in das teils über 1.000 m tiefe Wadi Ghul, welches nicht umsonst als der Grand Canyon Arabiens bezeichnet wird.“

Bis auf den irreführenden Höhenvergleich stimmt aber alles.

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Geologisches Weltwunder. Nirgendwo auf der Welt kann man einen Querschnitt durch alle Gesteine unseres Planeten so einfach erkennen, wie im Oman. Sämtliche geologische Alter sind repräsentiert. Manche Gesteine sind über 1000 Millionen Jahre alt und beherbergen die ersten primitiven Lebewesen. Im Norden Omans, im Hajar Gebirge liegen Steine an der Erdoberfläche, die normalerweise 1000 m unter dem Meeresspiegel zu finden sind. Wir können tatsächlich auf Gesteine des Meeresboden spazieren gehen, auf dem berühmten Semail Ophiolith.

Danach kam dann wieder ein Fort. Aber nicht irgendeins. Bahla Fort ist UNESCO Weltkulturerbe und insbesondere aufgrund seiner Größe äußerst beeindruckend. Ich bin nach wie vor fasziniert davon, was man aus Lehm alles machen kann. Ich kannte bisher nur Lehmkuchen.

Danach dann noch ein Kastell. Auch riesig und mit einer langen Geschichte. Und zum Schluss noch Nizwa-Souq. Wieder ein Markt, in dem wir uns diesmal mit Halwa, Gewürzen und Rosenöl eingedeckt haben.

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Halwa - Die klassische omanische Süßspeise. Darf bei keinem Fest fehlen. Die Herstellung der süßen Versuchung ist eine Kunst für sich. Die Masse muss in einem großen Kupferkessel unter ständigem Rühren zweieinhalb bis vier Stunden gekocht werden. Die Basismasse besteht immer aus Butter, Stärke karamellisiertem Zucker, Eiern, Gewürzen und Nüssen.

Sechster Tag

Luxus volles Rohr

Zunächst sind wir an einem „genialen“ Bewässerungssystem entlang geschlendert (Anm. d. Red. Wasser fließt bergab).

Hinweis auf Genialität

Danach ging’s wieder bergauf. Dafür musste man einen Checkpoint passieren, bei dem die Polizei das Fahrzeug auf Tauglichkeit überprüfte. Die eigentlich geteerte Straße geht 35 Minuten steil bergauf auf, so dass nur Allradfahrzeuge mit Getriebe-Vorgelege zugelassen sind. Wieder punktet die Riesenkarre. Auf der Fahrt zurück hatten wir einige Escape Lanes gesehen, die Beate sehr beeindruckt haben.

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Jebel Akhdar: Wieder ein 3000 m hoher Berg. Streng genommen gehört er zum Hajar-Gebirge. Er wird der grüne Berg genannt, ist aber nicht wirklich grün. Die Region gehört zu den fruchtbarsten des Landes, deshalb der Name.
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Ophiolithe sind besondere Gesteinskomplexe, die ursprünglich am Meeresboden entstehen und später durch tektonische Prozesse auf Kontinente gehoben werden. Sie gelten als eines der wichtigsten natürlichen „Fenster“ in den sonst verborgenen obersten Erdmantel und die ozeanische Kruste.

Über den Wadi al ain (grüne Terrassen, unter anderem mit Rosen, woraus sie das duftende Rosenwasser herstellen) zum lunch ins Alila, ein fünf Sterne Ressort, gelegen an der Abrisskante zum Canyon.

Dort haben wir für schlappe 220 €  Mittag gegessen (das war etwas über dem Mindestverzehr um überhaupt reinzukommen). Ich bilde mir ein, den Bruder von Julia Roberts gesehen zu haben.

Generell: Picknickultur ist hier sehr ausgeprägt. Auf freien Plätzen gibt es offene Hütten mit Grill und Lichterkette, thats it.

Siebter Tag

Volles Rohr in die Sandwüste

Jetzt muss ich doch kurz mal die Radfahrer erwähnen. Seit Tagen begleitet uns die Tour of Oman

Man kann das Gefühl bekommen dass die Radler uns ärgern wollen, weil die immer genau da längs fahren, wo wir auch hin müssen. Die Omanis sperren für die Radler auch gerne Mal eine Autobahn und alternative Routen gibt es kaum. So auch heute wieder.

Irgendwo auf dem Weg Richtung Süden, zwischen Nizwa und Wahiba Sands plötzlich Ende. Straße gesperrt. Warten (grrrr). Weil wir auch schon schlafmützenmäßig gestartet sind, waren wir heute insgesamt spät dran.

Erste Etappe schnell ein paar neue Hüte auf dem Beduinen Markt in Sinwa, auf dem die Beate auch ein Kamel kaufen wollte.

Dann ruckzuck weiter zu den Natur-Pools im Wadi Bani Khalid, mit glasklarem Wasser, zum schwimmen (die Radfahrer waren mittlerweile wohl erschlafft- die Straße war frei).

Für Frauen und Männer gilt: Schwimmen nach Möglichkeit bis zu den Knien bekleidet. Also T-Shirt und Shorts.

Das einst wohl idyllische Wadi ist jetzt umsäumt mit einer Großbaustelle. Staubig, Beton, riesige LKW. Der Plan scheint zu sein, diesen Magnet für Besucher touristisch auszuschlachten. Hotel, Restaurants etc.

Eines der vielen Beispiele, dass der Oman aktuell total en vogue ist und wir mit unserer Reise vielleicht ein paar Jahre zu spät sind.

Jetzt aber aufi zum heutigen Etappenziel. 1000 Night Camp, mitten in der Sandwüste. Es wurde langsam dunkel und die Sandwege sind bei Dunkelheit schwer zu erkennen. Leider stimmten auch hier die Geokoordinaten nicht und so wurden wir im wahrsten Sinne des Wortes auf die falsche Fährte geführt. Uns folgte ein Omani mit Lichthupe und bewegte uns zum anhalten. Er wollte wissen, wo wir denn hin wollten und klärte den Irrtum schnell auf. Er bot an, bis zu unserem Etappenziel die 35 km voraus zu fahren, was wir dankend annahmen. Manchmal muss man auch mal Glück haben. Die Minikolonne setzte sich in Bewegung und ich nehme an, er wollte dem Greenhorn mal zeigen, wie man durch die Wüste fährt. Natürlich lässt sich ein ehemaliger Camel Trophy Man nicht abhängen, aber die 90 kmh auf der Sandpiste waren doch spektakulär.

Mit ihrem neuen Tuch vom Markt von Sinwa eine wunderschöne Locken-Beduinin
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Kamele, Dromedare sind eine Gattung der Kamele. Sie können bis zu vier Tage ohne Wasser auskommen und wenn sie trinken, dann trinken sie rund 150 l Wasser. Sie können 40 % ihres Wasseranteils verlieren, während wir Menschen nur 14 % verlieren können.

Achter Tag

Flitz lernt die Wüste zu lieben

Wieder sind wir viel zu spät losgekommen. Aber irgendwie ist morgens um 8:00 Uhr aufbrechen auch blöd. Also gechillt frühstücken und dann hat Beate noch eine Düne erklommen während ich an meinem Blog rumgeprökelt habe.

Dann zurück über die Sandpiste wieder auf Festland und von dort zum Turtle Resort in Ras Al Jinz.

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Sandpiste

Auf dem Weg nach Ras Al Jinz haben wir in einem Restaurant an der Straße gegessen, in dem sich sonst nur einheimische aufhalten. Für 7 Rial (ca. 15€) haben wir köstlich gespeist. Beate ganz traditionell mit den Fingern.

Irgendwo mittendrin ein kurzes Bad am Strand während Flitz Bekanntschaft mit ein paar Jungs machte und Tee trank. Sie hatten meiner Frau dann eine Frucht geschenkt die, wie sich später herausstellt, eine Betel Nuss ist und wie Alkohol wirkt (knallrote Zähe inbegriffen.)

Die Unterkunft in Ras Al Jinz ist das sicherlich das spärlichste, was wir in diesem Urlaub erlebt haben. Und gäbe es heute Nacht nicht das Schildkröten-Watching geriet ich in Versuchung, irgendwo am Strand im Auto zu schlafen.

Schon mal vorne weg: Es gibt keine Turtle Fotos. Sorry. In der sonst leeren Lobby trafen sich circa 250 Leute aller Nationen, teils aus dem Hotel, teils von außerhalb. Freesens mitten drin. Wir wurden dann in Bussen vom Turtle Sammelpunkt zum Turtle Watching Punkt gefahren. Das Ganze fast im dunklen, nur spärliches Rotlicht, um die Turtles zu schützen. Logo. 250 Peoples crawlen also über den Strand um, jetzt kommt das Beste, zwei arme Turtles zu sehen, die wohl nicht mitbekommen hatten, was hier los ist. Markeese on Turtle strike. Ich habe mich von der Gruppe gelöst und das leuchtende Plankton in der Dünung genossen.

Geklautes Foto aber so sah es aus

Flitz hat durchgehalten und konnte beim vorbei hechten wohl sogar einige weiß glänzende Turtle Eier sehen.

Ich hätte verstanden, wenn sie mir gesagt hätten, „sorry, wir sind voll“. Aber einfach jeden mitzunehmen der zahlt, halte ich für den falschen Weg.

Neunter Tag

Finale Etappe

Heute geht es wieder zurück Richtung Muscat in das 80 Sterne Hotel „Al Bustan Palace“. Auf dem Weg machen wir zunächst in Sur am Hafen halt.

Jedes Boot hat hier sein eigenes, meist nicht zugelassenes Rangierfahrzeug, welches dauerhaft am Anhänger verbleibt…
…hier ist allerdings nicht ganz klar, wie das gehen soll.

Dann noch mal Salzwasserschwimmen auf dem Weg, am Strand von einem Fischerdorf. Und danach ein letztes Mal ein Besuch in einem wunderschönen Wadi, wofür die Riesenkarre auch ein letztes Mal Mal ihre Qualitäten unter Beweis stellen sollte.

Und zum Schluss? Nach allem, was wir bisher erlebt haben, hätte ich nicht gedacht, dass ich noch mal derart überrascht würde. Das Luxus Hotel Al Bustan Palace. Wer‘s nicht gesehen hat, glaubt es nicht.

Die letzten paar Tage

Ohne Worte

Al Bustan Palace, a Ritz-Carlton Hotel - wurde 1985 auf Initiative von Sultan Qaboos errichtet, um den Gipfel des Golfkooperationsrats (GCC) auszurichten und Staatsgäste zu empfangen. Es gilt als eines der historischen Luxus-Hotels in Oman und hat sich zu einem landmark-artigen Symbol omanischer Gastfreundschaft entwickelt. Das Hotel liegt in einer Bucht am Golf von Oman, eingerahmt von den Al-Hajar-Bergen und etwa 35–40 km vom Flughafen von Muscat entfernt. Die Architektur verbindet arabische Designelemente mit modernen Elementen; ein prägnantes Merkmal ist die 38 Meter hohe, kuppelförmige Atriumhalle, in der ein riesiger, fast 6 Tonnen schwerer Leuchter aus Österreichischen Bergkristallen hängt. Die Gartenanlagen umfassen ausgedehnte Grünflächen und einen der längsten privaten Strände Omans (ca. 1 km). Al Bustan Palace wird häufig als „Juwel“ des Landes beschrieben.

Und da wohnen wir jetzt!?!

Man darf auf gar keinen Fall an Geld denken. Den Fehler hatte ich bei unserer Ankunft im Palast gemacht und sofort schlechte Laune bekommen. Jetzt vollführe ich ein lustiges Rollenspiel. Ich bin der Typ, der die Bohrinseln baut, auf der Suche nach dem mit den Ölquellen. Läuft prima. Ich frühstücke mit dem Sultan und bespreche die nachmittägliche OPEC Konferenz. Das kleine Bier für 13€ schmeckt mittlerweile auch wieder.

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Al Bustan Palace

  • Ob ich’s brauche: Nö
  • Ob ich’s nochmal machen würde: Auch nö.
  • Ob ich mich nach der Riesenkarre und der Sandpiste sehne: Jop

Aber irgendwie nett ist‘s schon 😉

Bei der nächsten Reise, mit fremder Planung, sehe ich mir ganz sicher die Details etwas genauer an.


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Impressionen